Graffitiputzen als Subkultur


Foto: Ian Bessler / Medium

Foto: Ian Bessler / Medium

Sprüher aus Los Angeles berichten regelmäßig, was für bizarre Ausmaße die dortige Graffiti-Entfernung angenommen hat („Everything beige“). Nun feiert ein Text das als neue Subkultur und modernste Form der Bürgerbeteiligung. Der Text ist im Online-Magazin „Medium“ erschienen und versucht zu erklären, warum L.A. jeden Tag 80 ANTI-GRAFFITI-TEAMS im Einsatz hat und in den letzten Jahren eine Fläche von 5 QUADRADTKILOMETERN überstrichen wurde.

Der Text wartet mit überraschenden Interpretationen auf. So seien die Flächen, die beim Graffiti-Überstreichen entstehen, eine „grobpixelige Abstraktion des Gebäudes selbst“, die „mit jedem Mal Überstreichen noch verschwommener wird“. So entstünde eine „Abstraktionslinie“, die sich auf Fußgängerhöhe durch ganz L.A. ziehe. Diese Form der Graffiti-Entfernung solle die Bürger beruhigen und ihnen das Gefühl zurückgeben, die Gebäude um sie herum seien „stabile visuelle Einheiten“, die nicht jeder einfach verändern könne.

Der Text schließt damit, dass der Autor selbst es ausprobiert und das städtische Graffiti-Melde-System benutzt. Er scheint begeistert von Menschen, die bei Sonnenaufgang auf die Straße gehen um neue Graffitis zu melden und sieht deshalb im Graffiti-Buff in Los Angeles eine „moderne Form der Mitbestimmung in der Design-Welt“. AUTSCH! Ironie oder nichthier der >> Text in voller Länge (wirklich lesenswert!)

the subconscious art of graffiti removal (excerpt) from matt mccormick on Vimeo.